Bestände des Archivs des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen

Zuständigkeit

Das Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen (LWV) besteht seit rund 25 Jahren und ist ein öffentliches Archiv. Seine Arbeit basiert auf dem Hessischen Archivgesetzes von 1989 (aktualisiert 2007). Seine Aufgabe ist es, in den Dienststellen des LWV anfallende Unterlagen, die zur Aufgabenerfüllung nicht mehr erforderlich sind, auszusondern und dabei Dokumente, die aus juristischen, historischen oder sozialpolitischen Gründen dauerhaft aufbewahrt werden sollen, zu sichern, zu erschließen und allgemein nutzbar zu machen. In gleicher Weise ist das Archiv auch für die Vitos GmbH als Gesundheitsholding des LWV zuständig. Darüber hinaus ist es Aufgabe des Archivs, die Geschichte des Verbandes, seiner Rechtsvorgänger und Einrichtungen zu erforschen und Vorhaben zu historischen Themen zu begleiten. Das Archiv gibt eine eigene Historische Schriftenreihe heraus und betreut Gedenkstätten, Museen und Ausstellungen des Verbandes.

Was findet man bei uns?

Der Landeswohlfahrtsverband Hessen wurde als Zusammenschluss der Kreise und kreisfreien Städte in Hessen im Jahre 1953 gegründet. Die Unterlagen gehen jedoch bis in das frühe 16. Jahrhundert zurück, da der Verband sozialpolitische Aufgaben staatlicher und kommunaler Rechtsvorgänger übernahm. Dazu zählen die hessischen Hohen Hospitäler, die Landgraf Philipp der Großmütige in den Jahren 1533 bis 1542 stiftete. Drei Einrichtungen bestehen heute noch als Vitos Tochtergesellschaften. Weitere Krankenhäuser, Heilstätten und Spezialschulen, die zum Teil ebenfalls noch bestehen, kamen seit dem 19. Jahrhundert hinzu. Nach der Annexion des Kurfürstentums Hessen übertrug der preußische Staat Aufgaben der Selbstverwaltung in der preußischen Provinz Hessen-Nassau zwei Kommunalverbände mit Sitz in Kassel und Wiesbaden. Diese übernahmen fortan neben Straßenbau, Wirtschaftsförderung sowie Kultur- und Denkmalpflege auch Aufgaben der Sozial-, Gesundheits- und Erziehungsfürsorge. Dieser letztgenannte Bereich ging 1953 an den neuen, für ganz Hessen zuständigen Sozialverband über. U. a. übernahm der LWV folgende Einrichtungen im Bereich des Regierungsbezirks Kassel: Die Psychiatrischen Krankenhäuser Merxhausen, Haina und Marburg, die Heilstätten für Tuberkulosekranke Am Meißner und in Merxhausen, das Kinderkurheim Reinhardshausen, die Orthopädische Klinik Kassel, die Sonderschule für Taubstumme in Homberg/Efze und die Jugendheime Karlshof in Wabern, Fuldatal in Guxhagen und Homberg/Efze. Als Neugründungen kamen u. a. das Psychiatrische Krankenhaus am Meißner und das Jugendheim Staffelberg hinzu. Heute ist der LWV überörtlicher Träger der Sozialhilfe und unterstützt behinderte, psychisch kranke und sozial benachteiligte Menschen in ihrem Alltag und im Beruf; er betreut als Hauptfürsorgestelle Kriegsbeschädigte, deren Angehörige und Hinterbliebene; er ist Träger von Förderschulen und Frühförderstellen und Alleingesellschafter der Vitos GmbH, die einen wesentlichen Teil der psychiatrischen Versorgung in Hessen sicherstellt.
Das Archiv verfügt über eine umfangreiche Präsenzbibliothek zur Sozial-, Medizin- und Psychiatriegeschichte. Neben zahlreichen Broschüren sind auch die Protokolle des früheren Bezirkskommunalverbandes Kassel sowie des LWV vorhanden.
Die auch für die Stadt Kassel zuständigen Leistungsverwaltungen sowie die genannten Einrichtungen sind mit einzelnen, zum Teil umfangreichen Archivbeständen vertreten. Sie umfassen zugleich eine große Zahl von Einzelfallakten, sowohl Personalakten als auch Akten von Hilfeempfängern. Deren Benutzung unterliegt den Schutzvorschriften des Archivgesetzes.
Genutzt werden kann nicht zuletzt die große Fotosammlung des Archivs, die auch Kasseler Gebäude, insbesondere das Ständehaus als Sitz des LWV und die Orthopädische Klinik dokumentiert.

Unsere Öffnungszeiten
Von Montag bis Freitag nach Vereinbahrung

Adresse / Kontakt
Kölnische Str. 30
34117 Kassel
0561-1004-2277
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